Säkularisierung

„Der … Soziologe Peter L. Berger hat einmal formuliert, Säkularisierung beschreibe, dass Religion von einem Instrument sozialer Kontrolle zu deren Gegenstand werde. Die Rechtfertigungslast kehre sich um. Was bislang plausibel war, sei es nun nicht mehr.“

Allerlei Gewand

Manche, …, müssen sich viel verändern, müssen allerlei Gewand tragen… (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 112)

Vom Suchen und vom Finden

Sprach Siddhartha: „Was sollte ich dir … wohl zu sagen haben? Vielleicht das, daß du allzuviel suchst? Daß du vor Suchen nicht zum Finden kommst? … Wenn jemand sucht, …, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag,…

Mitlust und -leid

In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig….

Einheit in Vielfalt

… alles war eins, alles war ineinander verwoben und verknüpft, tausendfach verschlungen. Und alles zusammen, alle Stimmen, alle Ziele, alles Sehnen, alle Leiden, alle Lust, alles Gute und Böse, alles zusammen war die Welt. Alles zusammen war der Fluß des Geschehens, war die Musik des Lebens. (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 109)

Ewigkeit der Gegenwart

… das Gefühl der Gegenwart und Gleichzeitigkeit durchdrang ihn…, das Gefühl der Ewigkeit. Tief empfand er, tiefer als jemals, … die Ewigkeit des Augenblicks. (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 93)

Alles gut

Nein, keine Lehre konnte ein wahrhaft Suchender annehmen, einer, der wahrhaft finden wollte. Der aber, der gefunden hat, der konnte jede, jede Lehre gutheißen, jeden Weg, jedes Ziel… (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 90)

Die Zeitlosigkeit der Zeit oder: Die Ewigkeit der Gegenwart

Vasudeva war kein Freund der Worte, selten gelang es Siddhartha, ihn zum Sprechen zu bringen. „Hast du“, so fragte er ihn einst, „hast auch du vom Flusse jenes Geheime gelernt: daß es keine Zeit gibt?“ … „Ja, Siddhartha“, sprach er. „Es ist doch dieses, was du meinst: daß der Fluß überall zugleich ist, am Ursprung…

Ew’ge Ruh’

Von den Geheimnissen des Flusses aber sah er … eines, das ergriff seine Seele. Er sah: dies Wasser lief und lief, immerzu lief es, und war doch immer da, war immer und allezeit dasselbe und doch jeden Augenblick neu! (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 83)

Tee und Madeleine

„Die in eine Tasse Tee getauchte Madeleine ist eine sehr ernste Sache.“

Prosalyrik

… Himmel floß und Fluß, Wald starrte und Gebirg… (Hermann Hesse, Siddhartha, 28. Aufl. 1987, S. 35)