… Kunst ist Liebe; indem sie liebt, macht sie schön, und es gibt vielleicht auf der ganzen Welt kein anderes Mittel, ein Ding oder Wesen schön zu machen, als es zu lieben. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 367)
Die Traurigkeit sinnloser Freiheit
… wie ein ausgelassener Schuljunge…, der so lange umhertollt, bis ihn die Traurigkeit seiner sinnlosen Freiheit befällt… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 332 f.)
Liebeskraftverstäuber
Es gibt … Menschen, die den Verstäubern von Liebeskraft gleichen… [S]ie verteilte sich in kleinen Tröpfchen feinster Liebe an alle Dinge, die es verdienten, schlug sich als Hauch, in einiger Entfernung von sich selbst an diesen nieder, und für sie selbst blieb eigentlich nur die leere Flasche ihres Körpers zurück… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften,…
Ungenehmigte Veränderung
Man könnte fast sagen, die Drehung des Globus unter ihren Füßen kam ihr plötzlich zu Bewußtsein, und sie… ängstigte sich… vor der Veränderung, die ohne ihre ausdrückliche Genehmigung mit ihr vor sich gegangen war… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 331)
Selbstgefühlslage der Etage
Von den Unglücksvögeln und Glückspilzen abgesehen, leben alle Menschen gleich schlecht, aber sie leben es in verschiedenen Etagen. Diese Selbstgefühlslage der Etage ist für den Menschen heute, der ja im allgemeinen wenig Ausblick auf den Sinn seines Lebens hat, ein überaus anstrebenswerter Ersatz. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S….
Der innere Kapitalismus des Wissens
Ich glaube, …, daß das Wissen mit der Habsucht verwandt ist; einen schäbigen Spartrieb darstellt; ein überheblicher innerer Kapitalismus ist… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 311)
Sich die Liebe erlassen
Sie waren unversehens so vertraut geworden wie zwei, die sich schon lange lieben, ja fast schon nicht mehr lieben… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 310)
Seelenkleidung und Gefühlsunordnung
Sie hatten … unmerklich die Grenze überschritten, die einen vertrauten Menschen, dem man sich zeigt, wie man in seiner Gefühlsunordnung ist, von allen unterscheidet, vor denen man sich fein macht. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 310)
Seelenschwer und materialismusheiter
Seele ist eine furchtbar schwere Angelegenheit und demzufolge Materialismus eine heitere. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 283)
Plauderei der Verliebten
Denn wie allen Verliebten, bereitete es Diotima Vergnügen, von dem Gegenstand ihrer Liebe zu reden, ohne sich, wie sie wenigstens glaubte, dabei zu verraten… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 280)
Räucherwerkworte
… Räucherwerkworte… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 268)
Was Flöhe und Liebhaber bevorzugen
Ein Floh bevorzugt die gleichen Gegenden wie ein Liebhaber… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 266)