Den Tod leugnen

Unsere Zeit leugnet den Tod… Anstatt das Bewußtsein, daß wir leiden und sterben müssen, zu einem der stärksten Antriebe für das Leben, zur Grundlage für die menschliche Solidarität und zu einer Erfahrung werden zu lassen, ohne die der Freude und Begeisterung Intensität und Tiefe fehlt… (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S….

Gefühl und Gesellschaft

In unserer Gesellschaft hält man ganz allgemein nicht viel von Gefühlen. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 177)

Was autoritäre Systeme nicht können

Das Streben nach Freiheit ist keine metaphysische Erscheinung und läßt sich nicht mit dem Naturgesetz erklären; es ist vielmehr das unausbleibliche Resultat des Individuationsprozesses und des Wachstums der Kultur. Die autoritären Systeme können die Grundbedingungen nicht beseitigen, die zum Streben nach Freiheit führen, und sie können auch das Freiheitsverlangen nicht ausrotten, das diesen Bedingungen entspricht….

Die Geschichte der Menschheit

Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der wachsenden Individuation, aber sie ist auch die Geschichte der wachsenden Freiheit. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 173)

Nazismus als radikaler Opportunismus

Der Nazismus besaß niemals irgendwelche genuine politische oder wirtschaftliche Prinzipien. Man versteht ihn nur richtig, wenn man begreift, daß sein eigentliches Prinzip ein radikaler Opportunismus war. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 161)

Rationalisierter Neid

Neid als – rationalisierte – moralische Entrüstung! (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 155)

Ethik über Nation

Fromm hofft, „daß sich in allen Ländern eine Grundwahrheit siegreich durchsetzt, daß nämlich die ethischen Grundsätze über die Existenz der Nation gehen und daß jemand, der sich zu ihnen bekennt, der Gemeinschaft all derer angehört, die diese Überzeugung teilen, geteilt haben und auch in Zukunft teilen werden.“ (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl….

Ungelebtes Leben

Destruktivität ist das Ergebnis ungelebten Lebens. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 136)

Sadismus und Destruktivität

Ziel des Sadismus ist die Einverleibung des Objekts, Ziel der Destruktivität ist dessen Beseitigung. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 133)

Schlechthinnige Abhängigkeit

Schleiermachers Definition des religiösen Gefühls als des Gefühls „schlechthinniger Abhängigkeit“ ist die Definition der allgemeinen masochistischen Lebenserfahrung. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 127)

Autorität und Gewissen

Die Analyse zeigt, daß das Gewissen ein ebenso strenger Zwingherr ist wie äußere Autoritäten. Außerdem zeigt sie, daß die Gewissensinhalte im letzten keine Forderungen des individuellen Selbst sind, sondern gesellschaftliche Forderungen, die die Würde ethischer Normen angenommen haben. Die Herrschaft des Gewissens kann sogar noch strenger sein als die der äußeren Autoritäten, weil der Betreffende…

Einsamkeit ertragen

Der Sadist braucht sein Objekt genauso notwendig, wie der Masochist seines braucht. Der Unterschied ist nur, daß der Sadist nicht dadurch Sicherheit zu gewinnen sucht, daß er sich verschlingen läßt, sondern dadurch, daß er einen anderen verschlingt… Immer ist es die Unfähigkeit, die Einsamkeit seines individuellen Selbst zu ertragen… In beiden Fällen aber gehen Individualität…