… was sollte ich mit der Schule und dem sogenannten „Ernst des Lebens“ anfangen…, mir genügte zum Leben das Klavier und den Ernst konnte man sich ganz schenken, für mich jedenfalls taugte er nicht. (Hanns-Josef Ortheil, Die Erfindung des Lebens, 19. Aufl. 2011, S. 100)
Vertrautheit Tag und Nacht
Wir wissen sehr wohl, mit welcher Vertrautheit wir uns durch den Tag bewegen, aber nachts bewegt sich der Tag mit der gleichen Vertrautheit durch uns… (Inger Christensen, zit. n. Hanns-Josef Ortheil, Die Erfindung des Lebens, 19. Aufl. 2011, S. 5)
Sitz der Torheit
„Torheit, du regierst die Welt, und dein Sitz ist ein schöner weiblicher Mund!“ (Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, 2012, S. 84 f.)
Staatsunrecht
Man fand das Verhältnis desselben zum Staat ganz unerträglich, und in Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen, erhob sich die Meinung, dass es besser sei, ein offenbares Unrecht an ihm zu verüben, und die ganze Sache von neuem niederzuschlagen, als ihm Gerechtigkeit, durch Gewalttaten ertrotzt, in einer so nichtigen Sache, zur bloßen Befriedigung seines rasenden Starsinns,…
Grenze des Rechts
Die Ordnung des Staats sei, …, so verrückt, dass man sie schwerlich durch einen Grundsatz, aus der Wissenschaft des Rechts entlehnt, werde einrenken können. (Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, 2012, S. 50)
Der Zweck des Staates
Verstoßen! rief Luther, indem er ihn ansah. Welch eine Raserei der Gedanken ergriff dich? Wer hätte dich aus der Gemeinschaft des Staats, in welchem du lebtest, verstoßen? Ja, wo ist, so lange Staaten bestehen, ein Fall, dass jemand, wer es auch sei, daraus verstoßen worden wäre? – Verstoßen, antwortete Kohlhaas, indem er die Hand zusammendrückte, nenne ich…
Wankendes Rechtsgefühl
… sein Rechtsgefühl, das einer Goldwaage glich, wankte noch… (Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, 2012, S. 9)
Ausschweifendes Rechtsgefühl
… die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtsgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder. (Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, 2012, S. 3)
Phänotyp des Vermissens
Trauer ist der Phänotyp eines Vermissens, das dem Vergangenen Bestand verleiht.
Kielmansegg, Putins Sieg?
Den eigentümlichen deutschen Pazifismen zum Trotz und den Ukrainern zum Dank: Noch ist Europa nicht verloren.
1.255 Tote pro Tag!
Zahl des Tages: „Westliche Geheimdienste schätzen, dass Russlands Tagesverluste im März bei 1.255 lagen. Insgesamt sollen seit Kriegsbeginn nunmehr 910.000 russische Soldaten außer Gefecht gesetzt und davon etwa 250.000 getötet worden sein.“
Recht als Struktur der Gesellschaft
„Sie sind Jurastudenten im ersten Semester… Meinen Glückwunsch dazu. Als Erstsemester werden Sie die übliche Mischung aus Seminaren belegen: Vertragsrecht, Schadensersatzrecht, Eigentumsrecht, Zivilprozessrecht und im kommenden Jahr dann Verfassungsrecht und Strafrecht. Aber das wissen Sie alles. Was Sie nicht wissen, ist, dass diese Mischung auf wunderbar einfache Weise die Struktur unserer gesamten Gesellschaft widerspiegelt, die…