Ist der Horror Fiktion, wird er zur Befreiung. (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 97)
Heidi und die Polizei
Alles Positive wurde nachträglich vergiftet. „Heidi“ etwa, „Heidi“ und die Polizei. In Aachen, fünf oder sechs Jahre zuvor, hatte sich mein Stiefvater eines Abends zu mir gesetzt und „Heidi“ mit mir gesehen, die Serie, die ich, wie alle, liebte. Wochen vorher hatten sie sich den Videorekorder gekauft, und ich hatte es schier nicht fassen können,…
Die Farbe der Kindheit
„Meine Kindheit trägt die Farbe des Wortes Hämatom“… Ich weiß in etwa, was ich damit gemeint hatte, in der synästhetischen Verschiebung des Effekts, sehe aber auch das Pathos des erstmals Zurückblickenden, für den die eigene Kindheit und Jugend plötzlich objektivierbar werden. Die Farbe des Wortes: Auf ärztlichen Attesten und Gutachten hatte dieses Wort nämlich oft gestanden, immer wieder hatte…
Scheinheiligenschein
… Scheinheiligenscheine… (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 90)
Advent
Zitat des Tages: „Der Messias kommt erst, wenn er nicht mehr vonnöten ist.“
Tübingen
… das dachziegelrote Elend… (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 38)
Diese Zustände
Es hatte sie schon immer gegeben, in der Kindheit, der Jugend, der Adoleszenz: dieses hartnäckige Gefühl, aus der Bahn geworfen zu sein und ständig einen Abstand zwischen der Welt und mir überwinden zu müssen, und zwar nicht nur für ein paar Stunden oder Tage, sondern grundsätzlich. (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S….
Verlorenheit
… desorientiert, ob nun in den anonymen Menschenmengen draußen oder in den inneren Kontinenten des Nichtwissens… (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 36)
Aufgeladene Stille
… eine aufgeladene Stille, die Art von Stille, die herrscht, wenn schweigende Leute schon zu lange auf etwas warten. (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 32)
Wurzel allen Irrsinns
Die Romantik der Irren, etwas Besonderes zu sein: Wurzel allen Irrsinns. (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 29)
Gefühlsgedanken
… meine Gedanken, die ja vor allem aus Empfindungen bestanden… (Thomas Melle, Die Welt im Rücken, 5. Aufl. 2016, S. 23)
Vulnerabilität
… eine, wörtlich, Verletzbarkeit, die zwar erst einmal nur die Anfälligkeit für psychische Krankheiten meint, aber durchaus auch als Dünnhäutigkeit zu lesen ist, als eine Art überempfindliche Rezeptivität, welche die Alltagswelt schnell zur Überforderung werden lässt. Zu viele Wahrnehmungen, zu viele Blicke, und die Denke des anderen wird stets miteinberechnet, so dass die Außenperspektive den…