Sagt dir der Begriff Leichengasse etwas? Nicht? Nun, da oben gibt es einen Bereich, da glaubst du, du bist in einem verdammten Wachsfigurenkabinett. Überall Tote. Sitzen, liegen, lehnen an Felsen, der eine hier, der andere dort, wo sie eben gestorben sind. Ein fürchterlicher Anblick… Einige haben mittlerweile sogar Namen. Es gibt den Winkenden Mann, weil…
Nicht suchen und doch finden
Manche Dinge findet man nicht, wenn man sie sucht, so schlau und kühn man es auch anstellen mag, denn manche Dinge kommen zu einem, wenn man gar nicht danach verlangt. Die große Liebe etwa kommt nur dann, wenn man sie eben nicht sucht. Anderes wieder muss man suchen, suchen, suchen, nur dann gibt es eine…
X it!
Xit!
Die Fragen der andern
Die Aphorismensammlung „Die Fragen der andern“ behandelt in Kapiteln wie Liebe (Überleben), Mensch (Neuland), Gesellschaft (Repräsentanz ohne Präsenz), Internet und Co. (Der interessanteste Kontakt) Gedanken über Kummer und Kaugummi, Menschenwürde und Mittagsschlaf, Astrid Lindgren und Donald Trump, Mainstream und Mittelmeer, Bahnhof und Badewanne – und, und, und. Und selbstverständlich enthält der Band nicht nur Fragen, sondern gibt auch Antworten:…
Starke Kinder, schwache Eltern
Und das ist richtig: Jedes Kind sollte Schmerz, Trauer, Leid – auch Tod – erfahren dürfen, damit sie daran erstarken und so für das Leben gerüstet sind. Im Übrigen dürfen wir darauf vertrauen, dass Kinder aus sich selbst heraus stark sind, stärker als wir es ihnen in unserer Schwäche zutrauen. Es ist daher unsere eigene…
Raum und Ort
Falsch zitierte Zitate: „Ich sitze kaum, doch wähn´ ich mich schon fort!“„Du siehst, mein Sohn, zum Raum wird hier der Ort!“ (Richard Wagner, Parsifal, Erster Akt)
Das weiße Blatt des Lebens
Das Leben, das ist das weiße Blatt Papier hier in meiner Schreibmaschine!
Börsentrias
Nun aber bleiben Kaufen, Halten, Verkaufen, diese drei; am schwierigsten unter ihnen aber ist das Verkaufen.
Aphorismus-Aphorismus
Der Aphorismus begründet sein apodiktisches Urteil nicht und regt zum Spekulieren an.
Speicheln
Der Alte hob jetzt noch einmal den Kopf und streckte den Hals wie ein kleiner, hilfloser Vogel, er bewegte die Lippen und speichelte etwas ein… (Hanns-Josef Ortheil, Im Licht der Lagune, 15. Aufl. 2000, S. 287)
Ohne dass er etwas Böses getan hätte
… er begann selbst, nach Gründen für die Verhaftung zu suchen, weitschweifig und umständlich, mit der Unsicherheit eines Mannes, der alles für möglich hielt. (Hanns-Josef Ortheil, Im Licht der Lagune, 15. Aufl. 2000, S. 254)
Aus Traurigkeit sticken
‚Wie verlassen sie dasitzt!‘ dachte er. ‚Früher war sie eine muntere Frau, jetzt stickt sie vor sich hin. Sie stickt, weil sie ihre Traurigkeit vergessen will, deswegen sticken sie meist, wenn sie alt sind…‘ (Hanns-Josef Ortheil, Im Licht der Lagune, 15. Aufl. 2000, S. 238 f.)