Was Anderssein bedeutet

Anderssein… Es braucht eine lange Zeit, viele einsame Stunden, um mich zu lehren, daß es immer nur darum geht, daß es zwischen Männern und Frauen, unter Freunden und Bekannten immer um dieses Anderssein geht, das die Menschheit in zwei Parteien spaltet. Manchmal glaube ich schon, daß es auf der Welt nur diese beiden Parteien gibt…

Anders zu sein, als man ist

Das ist der größte Schicksalsschlag, der einen Menschen treffen kann. Die Sehnsucht, anders zu sein, als man ist: eine schmerzlichere Sehnsucht könnte im Herzen nicht brennen. Denn das Leben läßt sich nur ertragen, wenn man sich mit dem abfindet, was man für sich selbst und für die Welt bedeutet. Man muß sich damit abfinden, daß…

Uneigennützige Freundschaft

Nach nichts sehnen sich die Menschen so sehr wie nach uneigennütziger Freundschaft. Meist sehnt man sich vergeblich. (Sándor Márai, Die Glut, 4. Aufl. 1999, S. 42)

Die Poesie des einzelnen Lebens

Es gibt Dinge, die für uns Menschen zu groß sind: Schmerz, Einsamkeit und Tod, aber auch Schönheit, Erhabenheit und Glück. Dafür haben wir die Religion geschaffen. Was geschieht, wenn wir sie verlieren? Jene Dinge sind dann immer noch zu groß für uns. Was uns bleibt, ist die Poesie des einzelnen Lebens. Ist sie stark genug,…

Das Lachen

[S]ie lachten und lachten, sie brüllten vor Lachen, zwei Männer, die sich für einen Moment über alle Angst, alle Trauer, alle Enttäuschung und über ihre ganze Lebensmüdigkeit zu erheben vermochten. Die im Lachen auf kostbare Weise verbunden waren, wenngleich die Angst, die Trauer und die Enttäuschung ihre ganz eigenen waren und ihnen ihre ganz eigene…

Die Verschwendung unserer Seele

Wir können gewiß sein, daß wir auf dem Sterbebett als Teil der letzten Bilanz festhalten werden – und dieser Teil wird bitter schmecken wie Zyanid –, daß wir zuviel, viel zuviel Kraft und Zeit darauf verschwendet haben, uns zu ärgern und es den anderen in einem hilflosen Schattentheater heimzuzahlen, von dem nur wir, die wir…

Interesse am Interesse

Ist jemand wirklich interessiert an mir, und nicht nur an seinem Interesse an mir? (Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, 3. Aufl. 2006, S. 415)