Das Streben nach Freiheit ist keine metaphysische Erscheinung und läßt sich nicht mit dem Naturgesetz erklären; es ist vielmehr das unausbleibliche Resultat des Individuationsprozesses und des Wachstums der Kultur. Die autoritären Systeme können die Grundbedingungen nicht beseitigen, die zum Streben nach Freiheit führen, und sie können auch das Freiheitsverlangen nicht ausrotten, das diesen Bedingungen entspricht….
Kategorie: Was er liest
Die Geschichte der Menschheit
Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der wachsenden Individuation, aber sie ist auch die Geschichte der wachsenden Freiheit. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 173)
Nazismus als radikaler Opportunismus
Der Nazismus besaß niemals irgendwelche genuine politische oder wirtschaftliche Prinzipien. Man versteht ihn nur richtig, wenn man begreift, daß sein eigentliches Prinzip ein radikaler Opportunismus war. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 161)
Rationalisierter Neid
Neid als – rationalisierte – moralische Entrüstung! (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 155)
Ethik über Nation
Fromm hofft, „daß sich in allen Ländern eine Grundwahrheit siegreich durchsetzt, daß nämlich die ethischen Grundsätze über die Existenz der Nation gehen und daß jemand, der sich zu ihnen bekennt, der Gemeinschaft all derer angehört, die diese Überzeugung teilen, geteilt haben und auch in Zukunft teilen werden.“ (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl….
Ungelebtes Leben
Destruktivität ist das Ergebnis ungelebten Lebens. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 136)
Sadismus und Destruktivität
Ziel des Sadismus ist die Einverleibung des Objekts, Ziel der Destruktivität ist dessen Beseitigung. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 133)
Schlechthinnige Abhängigkeit
Schleiermachers Definition des religiösen Gefühls als des Gefühls „schlechthinniger Abhängigkeit“ ist die Definition der allgemeinen masochistischen Lebenserfahrung. (Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 24. Aufl. 2020, S. 127)
Autorität und Gewissen
Die Analyse zeigt, daß das Gewissen ein ebenso strenger Zwingherr ist wie äußere Autoritäten. Außerdem zeigt sie, daß die Gewissensinhalte im letzten keine Forderungen des individuellen Selbst sind, sondern gesellschaftliche Forderungen, die die Würde ethischer Normen angenommen haben. Die Herrschaft des Gewissens kann sogar noch strenger sein als die der äußeren Autoritäten, weil der Betreffende…
Einsamkeit ertragen
Der Sadist braucht sein Objekt genauso notwendig, wie der Masochist seines braucht. Der Unterschied ist nur, daß der Sadist nicht dadurch Sicherheit zu gewinnen sucht, daß er sich verschlingen läßt, sondern dadurch, daß er einen anderen verschlingt… Immer ist es die Unfähigkeit, die Einsamkeit seines individuellen Selbst zu ertragen… In beiden Fällen aber gehen Individualität…
Die Funktion des Menschen in der Gesellschaft
Das „Selbst“, in dessen Interesse der moderne Mensch handelt, ist das gesellschaftliche Selbst, ein Selbst, das sich im wesentlichen mit der Rolle deckt, die der Betreffende nach dem, was die anderen von ihm erwarten, zu spielen hat und die in Wirklichkeit nur eine subjektive Tarnung seiner objektiven Funktion in der Gesellschaft ist. (Erich Fromm, Die Furcht…
Narzissmus
Die Selbstsucht beruht genau darauf, daß man sich selbst nicht leiden kann… Dasselbe gilt für einen sogenannten narzißtischen Menschen…, und ihr Narzißmus ist – genau wie die Selbstsucht – eine Überkompensation des Mangels an Selbstliebe. Freud hat behauptet, der narzißtische Mensch habe seine Liebe von anderen abgezogen, um sie auf die eigene Person zu übertragen….