Sie müssen sich das so vorstellen…, jeder Schiffsrumpf hat eine ihm eigene Höchstgeschwindigkeit, die er nie überschreitet, was immer Sie takeln, bei jedem Wetter. So ist das auch mit mir. (Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit, 1998, S. 57 f.)
Kategorie: Was er liest
In den Dingen der Welt
Sinn und Wesen waren nicht irgendwo hinter den Dingen, sie waren in ihnen, in allem. „Wie bin ich taub und stumpf gewesen!“ dachte der rasch Dahinwandelnde. „Wenn einer eine Schrift liest, deren Sinn er suchen will, so verachtet er nicht die Zeichen und Buchstaben und nennt sie Täuschung, Zufall und wertlose Schale, sondern er liest…
Die Tragödie des Alters
Die Tragödie des Alters ist nicht, daß man alt wird, sondern daß man jung bleibt. (Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray, 1996, S. 277)
Im Lieben wohnt Betrügen
Wenn man verliebt ist, betrügt man immer anfangs sich selbst und am Ende die andern. (Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray, 1996, S. 72)
Genie und Schönheit
[E]s ist kein Zweifel, daß das Genie länger dauert als die Schönheit… Eines Tages wirst du deinen jungen Freund ansehn, und er wird dir ein bißchen verzeichnet vorkommen, oder du magst seinen Farbenton nicht oder so was. Du wirst ihm in deinem Herzen bittere Vorwürfe machen und ernsthaft der Meinung sein, er benehme sich sehr…
Literatur und Philosophie
Der Philosophie scheint es nur um die Wahrheit zu gehen, aber vielleicht phantasiert sie, und der Literatur scheint es nur um die Phantasie zu gehen, aber vielleicht sagt sie die Wahrheit. (Antonio Tabucchi, Erklärt Pereira, 1995, S. 31)
Sterben nicht nötig
„Ich würde für Euch sterben, meine Dame“, rief er ihr begeistert nach. „Nicht nötig. Christus hat es schon getan, Sir“, entgegnete sie, hob den Kopf, straffte die Schultern und ging weiter. (Noah Gordon, Der Medicus, 1990, S. 15)
Der Beginn der Menschlichkeit
Ich glaube, die Menschlichkeit fängt an, wo ungeniale Leute glauben, daß sie aufhört. (Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 838 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])
An einem verregneten Maisonntag
… an einem jener verregneten Maisonntage, der die Kinder in der Stube aufsässig werden läßt vor Langeweile. (Robert Schneider, Schlafes Bruder, 1995, S. 205)
Böses und Gutes ringen
[D]as Böse ringt so lange mit dem Guten, bis es im Guten untergeht. (Robert Schneider, Schlafes Bruder, 1995, S. 203)
Welt der Ungeborenen
Als uns das bestürzende Schicksal des Johannes Elias Alder zu Ohren kam, da wurden wir still und dachten: Welch prachtvolle Menschen, Philosophen, Denker, Dichter, Bildner und Musiker muß die Welt verloren haben, nur weil es ihnen nicht vergönnt war, ihr genuines Handwerk zu erlernen. Und wir spannen fort, daß Sokrates nicht der höchste Denker, Jesus…
Wer liebt, schläft nicht!
… denn wer schlafe, liebe nicht. (Robert Schneider, Schlafes Bruder, 1995, S. 7)