Die plumpe Lebensklugheit untergeordneter Charaktere

… die plumpe Lebensklugheit, die ihm, wie so vielen untergeordneten Charakteren, eigentümlich war und in der seine ganze Tüchtigkeit beruhte. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 44 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])

Gelehrsamkeit macht blind

… gerade der bedeutende Arzt, welcher der Wissenschaft mit Ernst und Geist um ihrer selbst willen und als Gelehrter dient, ist … am leichtesten zu täuschen. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 44 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])

Körper und Seele

Aber der Körper ist zäh und stumpfsinnig dauerhaft, er hält aus, wenn die Seele sich längst nach Mitleid und milder Pflege sehnt… (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 43 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])

Wenn schon täuschen, dann aber richtig!

Nach meiner Theorie wird jede Täuschung, der keinerlei höhere Wahrheit zugrunde liegt und die nichts ist als bare Lüge, plump, unvollkommen und für den erstbesten durchschaubar sein. Nur der Betrug hat Aussicht auf Erfolg und lebensvolle Wirkung unter den Menschen, der den Namen des Betrugs nicht durchaus verdient, sondern nichts ist als die Ausstattung einer…

Lebensbedingung

Die Bedingung, unter der ich einzig zu leben vermag, ist Ungebundenheit des Geistes und der Phantasie… (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 37 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])

Talent und Gesellschaft

Aber so sind die Leute. Sie wollen wohl des Talents, welches doch an und für sich eine Sonderbarkeit ist. Aber die Sonderbarkeiten, die sonst noch damit verbunden – und vielleicht notwendig damit verbunden – sind, die wollen sie durchaus nicht und verweigern ihnen jedes Verständnis. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 26 [Frankfurter Ausgabe,…

Diese unbewussten Typen!

Die Welt ist voll von dem, was ich den „unbewußten Typus“ nenne: und ich ertrage sie nicht, alle diese unbewußten Typen! Ich ertrage es nicht, all dies dumpfe, unwissende und erkenntnislose Leben und Handeln, diese Welt von aufreizender Naivität um mich her! (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tristan, S. 217 ff. [254 f.] [Frankfurter Ausgabe, hrsg….

Lebensbefehl

Ich schaue in eine ungeborene und schemenhafte Welt hinein, die geordnet und gebildet sein will, ich sehe in ein Gewimmel von Schatten menschlicher Gestalten, die mir winken, daß ich sie banne und erlöse: tragische und lächerliche und solche, die beides zugleich sind, – und diesen bin ich sehr zugetan. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger,…

Der rechte Weg II

Denn etliche gehen mit Notwendigkeit in die Irre, weil es einen rechten Weg für sie überhaupt nicht gibt. (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [335] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])

Von der Traurigkeit der Welt

Sich von der Traurigkeit der Welt nicht übermannen lassen; beobachten, merken, einfügen, auch das Quälendste, und übrigens guter Dinge sein… – ja freilich! Jedoch zuweilen wächst Ihnen die Sache trotz aller Vergnügungen des Ausdrucks ein wenig über den Kopf. Alles verstehen hieße alles verzeihen? Ich weiß doch nicht… – der Fall Hamlets, des Dänen… Er…

Die reinigende, heiligende Wirkung der Literatur

Die reinigende, heiligende Wirkung der Literatur, die Zerstörung der Leidenschaften durch die Erkenntnis und das Wort, die Literatur als Weg zum Verstehen, zum Vergeben und zur Liebe, die erlösende Macht der Sprache… – die Dinge so betrachten, hieße, sie nicht genau genug betrachten? (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [302] [Frankfurter Ausgabe,…

Nichts als leben

…, daß, wer lebt, nicht arbeitet… (Thomas Mann, Frühe Erzählungen – Tonio Kröger, S. 273 ff. [294] [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1981])