Aber an K.‘s Gurgel legten sich die Hände des einen Herrn, während der andere das Messer ihm ins Herz stieß und zweimal dort drehte. Mit brechenden Augen sah noch K. wie nahe vor seinem Gesicht die Herren Wange an Wange aneinandergelehnt die Entscheidung beobachteten. „Wie ein Hund!“ sagte er, es war, als sollte die Scham…
Kategorie: Kafka
Logik und Lebenswille
Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen der leben will, widersteht sie nicht. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 210)
Nicht seine Verantwortung
K. wußte jetzt genau, daß es seine Pflicht gewesen wäre, das Messer, als es von Hand zu Hand über ihm schwebte, selbst zu fassen und sich einzubohren. Aber er tat es nicht… Die Verantwortung für diesen letzten Fehler trug der, der ihm den Rest der dazu nötigen Kraft versagt hatte. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995,…
Das Besondere des Mondes
Überall lag der Mondschein mit seiner Natürlichkeit und Ruhe, die keinem andern Licht gegeben ist. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 209)
Der ruhig einteilende Verstand
[D]as einzige was ich jetzt tun kann ist, bis zum Ende den ruhig einteilenden Verstand behalten. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 208)
Im letzten Schein des Lebens
Es war nichts Heldenhaftes, wenn er widerstand, wenn er jetzt den Herren Schwierigkeiten bereitete, wenn er jetzt in der Abwehr noch den letzten Schein des Lebens zu genießen versuchte. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 208)
Was das Gericht will
Das Gericht will nichts von Dir. Es nimmt Dich auf wenn du kommst und es entläßt Dich wenn Du gehst. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 205)
Die Lüge als Weltordnung
„Nein“, sagte der Geistliche, „man muß nicht alles für wahr halten, man muß es nur für notwendig halten.“ „Trübselige Meinung“, sagte K. „Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“ (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 203)
Besser gebunden als frei!
[A]uch nur an den Eingang des Gesetzes gebunden zu sein ist unvergleichlich mehr als frei in der Welt zu leben. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 203)
Verstehen ist Missverstehen!
Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehn der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 200)
Vor dem Gesetz
Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. „Es ist möglich“, sagt der Türhüter, „jetzt aber…
Vor Augen!
„Siehst Du denn nicht zwei Schritte weit?“ (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 195)