Bewunderung nur für ältere Gelehrte

… selbst im Reiche der Wahrheit hegt man Bewunderung nur für ältere Gelehrte, von denen es abhängt, ob man die Habilitation und Professur erreicht oder nicht. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 44)

Dieses lausige Gefühl tierischer Arbeitsamkeit

Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren. Man liegt nicht mehr unter einem Baum und guckt zwischen der großen und der zweiten Zehe hindurch in den Himmel, sondern man schafft… Genauso ist es, wie wenn die alte untüchtige Menschheit auf einem Ameisenhaufen eingeschlafen wäre, und als die neue erwachte, waren ihr die Ameisen ins Blut…

Kein kleines Glück

Es bedeutet also kein gar kleines Glück, wenn man darauf kommt, …, daß der Mensch in allem, was ihm für das Höhere gilt, sich weit altmodischer benimmt, als es seine Maschinen sind. (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 37)

Anlehnung durch Ablehnung

Es ist ein Grundzug der Kultur, daß der Mensch dem außerhalb seines eigenen Kreises lebenden Menschen aufs tiefste mißtraut… Schließlich besteht ja das Ding nur durch seine Grenzen und damit durch einen gewissermaßen feindseligen Akt gegen seine Umgebung; … darum ist es nicht von der Hand zu weisen, daß die tiefste Anlehnung des Menschen an…

Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben

Es muß der Mensch in seinen Möglichkeiten, Plänen und Gefühlen zuerst durch Vorurteile, Überlieferungen, Schwierigkeiten und Beschränkungen jeder Art eingeengt werden wie ein Narr in seiner Zwangsjacke, und erst dann hat, was er hervorzubringen vermag, vielleicht Wert, Gewachsenheit und Bestand… (Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, I Erstes und Zweites Buch, 1987, S. 20)

Der Kompass der Aristokraten

Aristokraten leben nicht in Traditionen, sondern nach der jeweiligen Strömung. (Gilbert Keith Chesterton, Der Hammer Gottes, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 148 ff. [148])

Ruf durch Tugend?

Nur selten wird ein Ruf durch makellose Tugend erworben. (Gilbert Keith Chesterton, Die Sünden des Prinzen Saradin, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 123 ff. [132])

Recht auf Ruß oder: Das ist Sozialismus

„Ein Sozialist ist jemand, der will, dass alle Schornsteine gefegt und alle Schornsteinfeger dafür bezahlt werden.“ „Der einem aber nicht gestatten will, …, seinen eigenen Ruß zu besitzen.“ (Gilbert Keith Chesterton, Die Sternschnuppen, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 84 ff. [89])

Seelenschau

Es mag sein – so außergewöhnlich ist das Wort Tod –, dass jeder dieser Müßiggänger für einen Moment in seine Seele schaute und nichts erblickte als eine winzig kleine, vertrocknete Erbse. (Gilbert Keith Chesterton, Die seltsamen Schritte, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 58 ff. [74])

Gottes Bindung

…, dass selbst Gott an die Vernunft gebunden ist. (Gilbert Keith Chesterton, Das blaue Kreuz, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 5 ff. [24])

Unglaublich!

Das Unglaublichste an Wundern ist, dass sie geschehen. (Gilbert Keith Chesterton, Das blaue Kreuz, in: Die besten Pater-Brown-Geschichten, 2021 [die damalige Ausgabe habe ich nicht mehr], S. 5 ff. [9])

Zuhause

„Wo bist du zu Hause?“ „Meine Sonne“, sagt Großmutter. „Meine Freude. Mein Esel. Begreif das endlich. Es zählt nicht, wo was ist. Oder woher man ist. Es zählt, wohin du gehst. Und am Ende zählt nicht mal das. Schau mich an: Ich weiß weder, woher ich komme, noch wohin ich gehe. Und ich kann dir…