Es ist sehr nett von den Engländern, dass sie das Wort ‚gentleman‘ in der Welt verbreitet haben. So hat man doch eine Bezeichnung für den, der zwar kein Edelmann ist, aber verdiente, es zu sein, es mehr verdiente, als so mancher, der es ist, und postalisch mit ‚Hochgeboren‘ adressiert wird, während der Gentleman nur ‚Hochwohlgeboren‘…
Autor: Dr. Georg Neureither
Zufallsaristokratie
… der Zufall des Reichtums; … eine Aristokratie des Geldes ist eine vertauschbare Zufallsaristokratie. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 236 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Zigarre und Kaffee
Diese Verbindung ist äußerst behaglich, und das Behagen ist immerhin eine mindere Form des Glücks. Mit der muß man sich unter Umständen begnügen. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 230 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Divers!
Sie war kein Weib; aber ein Mann war sie auch nicht und also kein Mensch. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 204 f. [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Thomas Manns Beauty-Tipps
So ist es: der arbeitende Stand sollte sich nicht „fein machen“ – nicht nach städtisch bürgerlichem Vorbild. Er tut es nur ungeschickt und erweist seinem Ansehen keinen Gefallen damit. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 198 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Verkehrtheit!
Die Liebe ist verkehrt durch und durch, sie kann gar nicht anders sein als verkehrt. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 190 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Traumhaft verschwommen
„Du entkleidest mich, kühner Knecht?“ (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 182 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Bad Hair Day
… Bett-Liege-Haar… (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 144 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Das Verhalten der Menschen zur Armut
„Armut“, heißt es wohl, „ist keine Schande“, aber es heißt nur so. Denn sie ist den Besitzenden höchst unheimlich, ein Makel halb, und halb ein unbestimmter Vorwurf, im ganzen also sehr widerwärtig, und zu unangenehmen Weiterungen mag es führen, sich mit ihr einzulassen. Dieses Verhalten der Menschen zur Armut ist mir oft schmerzlich auffällig gewesen…
Enttierung
Die Franzosen … lieben und ehren die Rede – durchaus mit Recht! Ist sie es doch, welche den Menschen vom Tier unterscheidet, und die Annahme ist gewiß nicht unsinnig, daß ein Mensch sich desto weiter vom Tiere entfernt, je besser er spricht – und zwar französisch. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 131 [Frankfurter…
Der Oberkontrolleur
„Ja, danke – nanu!“ lachte er bestürzt, in sonderbarer Wortverbindung, und beeilte sich weiterzukommen, strauchelte und stolperte aber etwas dabei, obgleich am Boden gar kein Anstoß vorhanden war; so sehr hatte die Menschlichkeit ihn aus dem Tritt gebracht. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 131 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])
Erstorbene Gleichgültigkeit
… mit dem Ausdruck beinahe erstorbener und bis zur Affektation gehender Gleichgültigkeit, …, die jede Neugier ausschaltende Fremdheit, mit welcher der Mitmensch, besonders der beamtete, dem Mitmenschen glaubt begegnen zu sollen. (Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, S. 130 [Frankfurter Ausgabe, hrsg. v. Peter de Mendelssohn, 1985])