The Road to Hell

„The road to hell is paved with good intentions“, sagt man. – Betrachtet man die Entwicklung … genauer, so lassen sich verschiedene Stadien unterscheiden…: Von nun an hat der Dämon gewonnenes Spiel. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 138 f.)

Das bedauerliche Bein

Nun stand der niedrige Sessel, …, etwas wacklig; das heißt, er neigte dazu, ein Bein einzuziehen, wie wenn ein Vogel sein Bein unter den Flügel steckt, was bei einem Vogel natürlich ist, bei einem Sessel jedoch ungewöhnlich und bedauerlich… (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 126 f.)

Vom Mantel der Konvention erstickt

Das, was ich gestern schrieb, trifft nicht zu. Gültig bleibt, daß die Realität mich als ein formbarer Stoff fasziniert; mich interessiert unendlich viel mehr das, was sein könnte, als das, was gewesen ist. Mir schwindelt, wenn ich mir die Möglichkeiten, die in jedem Menschen schlummern, vorstelle, und ich beklage all das, was vom Mantel der…

Des Geistes Weite

Es gibt … kein (geistiges) Gefängnis, aus dem ein wacher Verstand nicht ausbricht… (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 111)

Das Schweigen ertragen

Er gehört zu jenen Menschen, die aus Unsicherheit ein Schweigen nicht ertragen können und glauben, es durch übertriebene Vertraulichkeiten überbrücken zu müssen; zu jenen, die einem dann sagen: „Ich bin stets offen zu Ihnen gewesen.“ Doch, meine Güte, das Entscheidende ist nicht, selbst offen zu sein, sondern dem anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu…

Die Posen der Jugend

Eine zarte, sich ihrer selbst noch nicht bewußte Persönlichkeit schützt sich, indem sie sich in Posen flüchtet. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 86)

Schneller altern

Am schnellsten altert, was um jeden Preis modern sein will. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 74)

Amor amoris

Solange er liebt und geliebt werden will, kann sich der Liebende nicht so zeigen, wie er wirklich ist, und sieht auch den anderen nicht, wie er ist – sieht statt dessen ein selbstgeschaffenes Idol, das er mit allen Vorzügen ausstattet und das er vergöttert. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 72)

Im Reich der Empfindungen

Im Reich der Empfindungen ist das Wirkliche vom Eingebildeten nicht zu trennen. Und wenn es genügt, sich einzubilden, daß man liebt, um zu lieben, so genügt es auch, sich zu sagen, man bilde sich nur ein zu lieben, wenn man liebt, um sogleich etwas weniger zu lieben, ja, sich etwas von dem Geliebten zu lösen…

Verschiedener von mir

Nichts kann verschiedener von mir selbst sein als ich selbst. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 70) 

Kummer, Verzweiflung

Wenn mit der Zeit die geliehenen Gewänder nach und nach abgetragen sind, tritt eines Tages das wahre Wesen wieder hervor; und wer sich in jenes Blendwerk verliebt hatte, drückt nichts als den Aufputz gegen sein Herz, eine Erinnerung … Kummer, Verzweiflung. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 70)

Wer liebt, lügt

Unwillkürlich, unbewußt formt sich das Wesen von zweien, die sich lieben, nach den Erwartungen des anderen, sucht jeder der beiden Liebenden dem Idol zu gleichen, dessen er im Herzen des anderen ansichtig wird… Wer wirklich liebt, kann nicht mehr aufrichtig sein. (André Gide, Die Falschmünzer, 1993, S. 69)