[E]r hatte kaum mehr die Wahl den Proceß anzunehmen oder abzulehnen, er stand mitten darin und mußte sich wehren. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 114)
Monat: Mai 2022
Allein in der Welt
Wäre er allein in der Welt gewesen, hätte er den Proceß leicht mißachten können, wenn es allerdings auch sicher war, daß dann der Proceß überhaupt nicht entstanden wäre. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 114)
Das Anrennen der Advokaten
Ein alter Beamter, ein guter stiller Herr, hatte eine schwierige Gerichtssache, welche besonders durch die Eingaben des Advokaten verwickelt worden war, einen Tag und eine Nacht ununterbrochen studiert – diese Beamten sind tatsächlich fleißig wie niemand sonst. Gegen Morgen nun, nach vierundzwanzigstündiger wahrscheinlich nicht sehr ergiebiger Arbeit gieng er zur Eingangstür, stellte sich dort in…
Unendliches Gericht
Die Rangordnung und Steigerung des Gerichtes sei unendlich und selbst für den Eingeweihten nicht absehbar. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 107)
So viele Fragen!
[H]ier war doch soviel zu fragen. Fragen war die Hauptsache. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 102)
Rechtfertigung des Lebens
Der Gedanke an den Proceß verließ ihn nicht mehr. Öfters schon hatte er überlegt, ob es nicht gut wäre, eine Verteidigungsschrift auszuarbeiten und bei Gericht einzureichen. Er wollte darin eine kurze Lebensbeschreibung vorlegen und bei jedem irgendwie wichtigern Ereignis erklären, aus welchen Gründen er so gehandelt hatte, ob diese Handlungsweise nach seinem gegenwärtigen Urteil zu…
Geständnis als Ausweg
[G]egen dieses Gericht kann man sich … nicht wehren, man muß das Geständnis machen… Erst dann ist die Möglichkeit zu entschlüpfen gegeben, erst dann. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 98)
Würdiges Herzversagen
Hält es mein Herz nicht aus, so wird es doch wenigstens hier eine würdige Gelegenheit finden, gänzlich zu versagen. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 93)
Noch größere Bosheit
Er unterbrach sich, flüsterte: „Ich wette daß sie horcht“ und sprang zur Tür. Aber hinter der Tür war niemand, …, ihr Nichthorchen erschien ihm als eine noch größere Bosheit… (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 93)
Einfach gestrichen
Willst Du den Proceß denn verlieren? Weißt Du was das bedeutet? Das bedeutet, daß du einfach gestrichen wirst. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 87)
Gerechtigkeit und Unvermeidlichkeit der Strafe
[D]ie Strafe ist ebenso gerecht als unvermeidlich. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 76)