„Ja, aber wenn ich Ratgeber sein soll, müßte ich wissen, um was es sich handelt“, sagte Fräulein Bürstner. „Das ist eben der Haken“, sagte K., „das weiß ich selbst nicht. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 30)
Monat: April 2022
Die Anziehungskraft des Gerichts
[I]ch möchte alles wissen und gerade Gerichtssachen interessieren mich ungemein. Das Gericht hat eine eigentümliche Anziehungskraft, nicht? (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 30)
Schuldlos?
„Doch“, sagte K., „glauben Sie denn daß ich schuldlos bin?“ „Nun schuldlos…“, sagte das Fräulein, „ich will nicht gleich ein vielleicht folgenschweres Urteil aussprechen… (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 30)
Die Reinheit
„Die Reinheit!“, rief K. noch durch die Spalte der Tür, „wenn Sie die Pension rein erhalten wollen, müssen Sie zuerst mir kündigen.“ (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 27)
Die Verleumdung
Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. (Franz Kafka, Der Proceß, 1995, S. 7)
Philosophie: des Werdens und des Gewordenen
Plato und Goethe repräsentieren die Philosophie des Werdens, Aristoteles und Kant die des Gewordenen. Hier steht Intuition gegen Analyse. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 68)
System ohne Gedanken
Nichts ist einfacher, als an Stelle von Gedanken, die man nicht hat, ein System zu begründen. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 58)
Der Mensch: kultiviert und zivilisiert
Der kultivierte Mensch hat seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 51)
Kultur und Zivilisation: Grieche und Römer
[J]ede Kultur hat ihre eigne Zivilisation. Zum ersten Male werden hier die beiden Worte … in periodischem Sinne, als Ausdrücke für ein strenges und notwendiges organisches Nacheinander gefaßt. Damit erst wird man den Römer als den Nachfolger des Hellenen verstehen… Griechische Seele und römischer Intellekt – das ist es. So unterscheiden sich Kultur und Zivilisation. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998,…
Goethes Erkenntnismittel
… exakte sinnliche Phantasie… (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 35)
Menschheit, Schmetterlinge und Orchideen
Aber „die Menschheit“ hat kein Ziel, keine Idee, keinen Plan, so wenig wie die Gattung der Schmetterlinge oder der Orchideen ein Ziel hat. „Die Menschheit“ ist ein zoologischer Begriff oder ein leeres Wort. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1998, S. 28)
Mathematik: statisch und dynamisch
Das antike Zahlendenken faßt die Dinge auf, wie sie sind, als Größen, zeitlos, rein gegenwärtig. Das führte zur euklidischen Geometrie, zur mathematischen Statik und zum Abschluß des geistigen Systems durch die Lehre von den Kegelschnitten. Wir fassen die Dinge auf, wie sie werden und sich verhalten, als Funktionen. Das führte zur Dynamik, zur analytischen Geometrie und von ihr zur Differentialrechnung. (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes,…